natürlich

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1na|tür|lich [na'ty:ɐ̯lɪç] <Adj.>:
1.
a) zur Natur gehörend, in der Natur vorkommend, von der Natur geschaffen; nicht künstlich:
natürliche Blumen; im Westen bildet der Atlantische Ozean die natürliche Grenze.
Syn.: echt.
b) <Adj.> in der Natur liegend; durch die Natur bedingt:
die natürlichen Funktionen des Körpers.
Zus.: übernatürlich, widernatürlich.
c) der Wirklichkeit entsprechend:
eine Figur in natürlicher Größe; der Künstler malte sehr natürlich.
2. nicht gekünstelt, sondern frei, locker und ohne falsche Zwänge:
sie hat ein natürliches Benehmen, Wesen; sich natürlich bewegen.
Syn.: entspannt, formlos, gelöst, lässig, leger, salopp, unbefangen, ungeniert, ungezwungen, zwanglos.
3. in der Natur der Sache begründet und daher ganz in der Erwartung liegend, ganz folgerichtig:
es ist doch ganz natürlich, dass er jetzt traurig ist.
  2na|tür|lich [na'ty:ɐ̯lɪç] <Adverb>:
wie zu erwarten ist; ganz sicher, ganz selbstverständlich:
er hat natürlich recht; natürlich käme ich gerne, aber ich habe keine Zeit.
Syn.: allerdings, freilich (südd.), gewiss, ohne Zweifel, sicherlich, zweifellos, zweifelsohne.
 
• naturgemäß/natürlich
Das Adjektiv naturgemäß bedeutet der Natur gemäß, angemessen (eine naturgemäße Lebensweise) und dem Wesen einer Sache entspringend, dementsprechend:
– Dunkelziffern entziehen sich naturgemäß jeder Statistik.
Das Wort ist überall da fehl am Platz, wo es für natürlich im Sinne von selbstverständlich, keiner besonderen Erklärung oder Begründung bedürfend steht. Es kann also nicht heißen: »Dieser Preisanstieg muss sich naturgemäß auswirken«, wenn man ausdrücken will, dass sich die gestiegenen Preise selbstverständlich/natürlich auswirken müssen. Im Sinne von der Natur gemäß, angemessen sind dagegen »naturgemäß« und »natürlich« austauschbar:
– eine naturgemäße/natürliche Lebensweise.

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na|tür|lich 〈Adj.〉
I 〈attr.; adv.; präd.〉
1. auf der Natur beruhend, in ihr vorkommend
2. von der Natur vorgegeben, nicht durch den Menschen beeinflusst
3. einfach, unverbildet, ungezwungen (Mensch)
4. ungehindert, unbeeinflusst (Entwicklung)
5. klar, einleuchtend, logisch, normal, selbstverständlich
● \natürliche Anmut, \natürlichen Charme haben; das kann nicht mit \natürlichen Dingen zugehen; der \natürliche Gang, Verlauf dieser Krankheit; Flüsse, Gebirge bilden \natürliche Grenzen; Darstellung, Wiedergabe in \natürlicher Größe nicht vergrößert od. verkleinert; das ist nicht ihre \natürliche Haarfarbe; \natürliche Kinder 〈Rechtsw.〉 leibl. Kinder; 〈veraltet〉 uneheliche Kinder; \natürliches Licht Tageslicht; \natürlicher Logarithmus 〈〉 Logarithmus auf der Basis e = 2,71828...; sie ist ein sehr \natürlicher Mensch; \natürliche Person der Mensch als Rechtsträger; Ggs juristische Person; die \natürlichste Sache der Welt; eines \natürlichen Todes sterben nicht durch Unfall, Mord usw.; sie hat sich ihr \natürliches Wesen bewahrt; \natürliche Zahlen die Zahlen 1, 2, 3, 4 usw., die positiven ganzen Zahlensein: nichts ist \natürlicher, als dass ...; es ist (nur zu) \natürlich, dass ...; sie ist, spricht ganz \natürlich; zugehen: das geht ganz \natürlich zu
II 〈nur adv.〉
2. wie zu erwarten war
● \natürlich! (als Antwort) gewiss, jawohl! ● sie hat \natürlich das Gegenteil behauptet; ihr Geld reichte \natürlich wieder nicht; \natürlich werde ich kommen

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1na|tür|lich <Adj.> [mhd. natiurlich, ahd. natūrlīh]:
1.
a) zur Natur (1, 2) gehörend; in der Natur (1, 2) vorkommend, nicht künstlich vom Menschen nachgebildet, hergestellt:
-e Heilquellen;
b) sich aus den Gesetzen der Natur ergebend:
-e Geburt (nur durch die Geburtskräfte von Mutter u. Kind erfolgende Geburt);
eines -en (nicht gewaltsamen) Todes sterben;
c) dem Vorbild in der Wirklichkeit entsprechend:
ihr Make-up wirkt n.
2. angeboren:
eine -e Begabung;
ihre -e Haarfarbe ist schwarz.
3. in der Natur (3 a) des Menschen begründet:
einen -en Widerwillen gegen etwas haben.
4. in der Natur (4) von etw. begründet; folgerichtig:
es ist ganz n., dass er traurig ist.
5. unverbildet, ungezwungen, nicht gekünstelt:
sie ist sehr n. geblieben.
2na|tür|lich <Adv.> [zu: 1natürlich]:
1. selbstverständlich:
du hast n. recht mit deiner Kritik.
2. drückt aus, dass etwas so geschieht, wie man es erwartet, vorausgesehen, geahnt hat:
er kam n. wieder zu spät.
3. drückt die Einschränkung einer Aussage aus:
ich freue mich n. (zwar), wenn du kommst, aber …

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na|tür|lich [mhd. natiurlich, ahd. natūrlīh]: I. <Adj.> 1. a) zur ↑Natur (1, 2) gehörend; in der ↑Natur (1, 2) vorkommend, nicht künstlich vom Menschen nachgebildet, hergestellt: -e Heilquellen; in -er Umgebung lebende Tiere; b) sich aus der Naturgesetzlichkeit ergebend: die -en Funktionen des Körpers; -e Geburt (nur durch die Geburtskräfte von Mutter u. Kind erfolgende Geburt); eines -en (nicht gewaltsamen) Todes sterben; ein -es Kind (1. Rechtsspr. veraltet; uneheliches Kind. 2. volkst.; eheliches Kind [im Unterschied zu einem adoptierten]); c) dem Vorbild in der Wirklichkeit entsprechend: eine Statue in -er Größe; ihr Make-up wirkt n. 2. angeboren: eine -e Begabung; ihre -e Haarfarbe ist schwarz. 3. in der ↑Natur (3 a) des Menschen begründet: seine -en Bedürfnisse befriedigen; einen -en Widerwillen gegen etwas haben. 4. in der ↑Natur (4) von etw. begründet; folgerichtig: es ist ganz n., dass er traurig ist; es wäre das natürlichste/am natürlichsten, wenn ... 5. unverbildet, ungezwungen, nicht gekünstelt: ein -es Wesen, -es Benehmen haben; sie ist sehr n. geblieben. II. <Adv.> 1. selbstverständlich: „Kommst du mit?“ - „Natürlich!“; du hast n. recht mit deiner Kritik. 2. drückt aus, dass etwas so geschieht, wie man es erwartet, vorausgesehen, geahnt hat: er kam n. wieder zu spät. 3. drückt die Einschränkung einer Aussage aus: ich freue mich n. (zwar), wenn du kommst, aber ...

Universal-Lexikon. 2012.

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